Charaktere
Lady Integral Fairbrook Wingates Hellsing
Lady Integra, wie sie meist genannt wird (Integra ist ihr Spitzname, ihr Geburtsname lautet Integral), ist das Oberhaupt der Hellsing-Organisation, des „königlich-protestantischen Ritterordens“. Sie ist außerdem das jüngste und einzige weibliche Mitglied in der sogenannten „Tafelrunde“, einem Rat, in dem sämtliche geheimen und nicht geheimen Organisationen der britischen Regierung ihr gemeinsames Vorgehen (unter anderem im Kampf gegen Vampire) koordinieren. Sie hat ihren Posten als Oberhaupt des Ritterordens von ihrem Vater Arthur Hellsing geerbt, welcher starb als sie 13 Jahre alt war. Es wird angenommen, dass Integras Mutter eine Inderin ist, da diese auf dem Bild in Order 09 einen Sari trägt und Integras Haut im Manga einen leichten Braunton aufweist.
Walter Cumm Doilish/Dolneaz/Dornez
(Es kursieren viele Nachnamen im Netz doch im deutschen Anime sagt er: „Ich bin Walter Cumm Doilish, der Butler des Hauses…“)
Walter ist der Diener der Hellsing-Familie und Leibwächter von Lady Integra. Obwohl er meist sehr ruhig wirkt, kann er im Notfall sehr gefährlich werden. Seine bevorzugte Waffe sind hauchdünne Drähte, befestigt an schwarzen Handschuhen, mit denen er alles zerschneiden kann, was ihm im Weg steht. Außerdem kann er sich trotz seines hohen Alters und stocksteifen Auftretens blitzschnell bewegen, sogar Schüssen ausweichen. Durch diese auf den ersten Blick kaum zu erwartenden überragenden Kampffertigkeiten hat Walter von Alucard einen Spitznamen bekommen: „Engel des Todes“. Aus einigen Textpassagen in der Serie geht hervor, dass Walter nicht immer nur Diener der Hellsings war, sondern einst selbst als aktiver Soldat zur Zeit des zweiten Weltkrieges, zusammen mit Alucard, gegen die Nazis und deren Anführer Major Krieg (Notiz: auch Montana Max genannt) kämpfte.
Alucard
Alucard ist ein Vampir, der für die Hellsing-Organisation arbeitet. Er wurde vor Jahren von Lady Integras Vater in den Kerker des Hellsing-Anwesens verbannt und verbrachte die Zeit in einer Art Quasi-Tod. Da der Kerker unter anderem als „gesperrtes Experimentierfeld der schwarzen Magie“ bezeichnet wird, darf davon ausgegangen werden, dass er von nicht näher genannten magischen Kräften beeinflusst wird. So hebt Alucard vor Duellen je nach zu erwartender Schwere des Kampfes verschiedene Bannsiegel auf, um seine Kräfte freizusetzen. Wenn er das Bannsiegel der Kategorie 1 aufhebt erwartet er einen harten Kampf. Ihm ist es dann möglich seine volle Macht mit der Cromwell Aktivierung freizusetzen. Er tat es in der Serie das einzige mal gegen Incognito. Die Cromwell Macht läuft meistens auf äußerst bizzare Formen hinaus (An Alucards Körper erscheinen Augen und Hundemäuler aus denen Alucards Arm mit einer Pistole erscheint etc.) und laufen auf einen äußerst unschönen Tod von Alucards Opfern hinaus. Nach dem Tod von Lady Integras Vater versucht ihr Onkel Richard, die Organisation gegen den Willen des Verstorbenen an sich zu bringen und trachtet der jungen Integra als Alleinerbin nach dem Leben. Bei ihrer Flucht in den Kerker öffnet sie das Verließ von Alucard, wo dem Gefesselten etwas Blut der verwundeten Lady Integra als Rinnsal entgegenfliest. Von diesem „köstlichen Tropfen“ erweckt, bietet Alucard dem verängstigten Kind, Lady Integra, unbegrenzte Macht, wenn sie sich ihm unterordnen würde. Sie lehnt dieses Angebot ab und will lieber sterben, als einem Vampir zu dienen, welche sie von Geburt an zu hassen gelernt hat. Diese Tapferkeit des kleinen Mädchens beeindruckt Alucard sehr. Als die Häscher schließlich in sein Verließ eindringen und Integra zu erschießen versuchen, fängt Alucard die Kugel mit seinem Unterarm ab und tötet alle Verfolger bis auf Richard. Diesen erschießt Integra auf Alucards Drängen eigenhändig, wobei sie die Waffe auf seinen Arm auflegt. Diese Ereignisse lassen in Alucard die Erkenntnis reifen, dass Lady Integra eine würdige und stolze Herrin für ihn ist und beschließt freiwillig, ihr zu dienen. Alucard ist unglaublich stark, menschliche Waffen können ihm nichts anhaben und räumliche Entfernungen scheinen ebenso wie physikalische Begebenheiten für ihn nicht zu existieren. Desweiteren hat er noch ein paar vampirspezifische Tricks wie Verwandlungen in Nebel oder verschiedene Tiere (Fledermausschwarm, achtäugiger Hund, Würmer) auf Lager. Er benutzt meist zwei sehr große Pistolen (eine Casull, und später dazu eine Jackal mit der Aufschrift „Jesus Christ is in Heaven now“), die besondere Kugeln verschießen, welche aus geweihtem Silber (mit Quecksilberfüllung) bestehen und in der Lancaster Kathedrale speziell für die Vampirjagd hergestellt werden. Alucard ist ein sogenannter „Native“, das heißt ein echter Vampir der nicht durch einen Chip zum Vampir, einem sogenannten Freak, gemacht wurde und schaut voller Verachtung auf diese in seinen Augen minderwertigen Wesen herab, welche er gerne als „Kopien und billige Imitationen“ verunglimpft. Alucards einzige sinnstiftende Beschäftigung scheint der Kampf zu sein. Ohne Gegner wirkt er permanent gelangweilt und wenn ihm der Gegner nicht ebenbürtig ist (was die Regel ist), spielt er gerne mit ihm um den Kampf noch etwas zu strecken. Er liebt die Herausforderung und sowohl den Begegnungen mit Luke Valentine, Alexander Anderson als auch der mit Incognito blickt er voller Vorfreude entgegen. Jedoch freut er sich meist vergeblich auf gute Kämpfe, denn auch diese Kämpfe gewann Alucard alle ohne große Mühe. Der einzige bisher bekannte Gegner der Alucard womöglich gefährlich werden könnte ist der (nur im Manga erscheinende) Nazi SS-Obersturmtruppenführer Hans Günsche. Angst vor dem Tod scheint Alucard nicht zu kennen, da er schließlich ‚der wahre Unsterbliche‘ ist. Insgesamt ist Alucard ein sehr undurchsichtiger und geheimnisvoller Charakter, viele Dinge bleiben bis zum Schluss der Serie ungeklärt. So beispielsweise wieso er vor vielen Jahren von Lady Integras Vater in den Kerker gebannt wurde und was dort mit ihm geschah. Auch weshalb er, den Menschenleben normalerweise ebenso wenig interessieren wie das Leben seiner Feinde, Seras Victoria rettet bleibt unklar. In den neuen Mangakapiteln zeigt sich jedoch das Alucard durchaus auch Gefühle hat als er den Tod Alexander Andersons beweinte. Alucard ist übrigens ein Anagramm auf „Dracula“, was, zusammen mit der Art, wie er Incognito zurichtet, einen deutlichen Hinweis auf seine Identität gibt. Nach dem Kampf mit Incognito blitzt zudem kurz in Alcucards Gesicht ein Bart auf, wodurch dieser der historischen Figur Vlad III. Drăculea sehr ähnlich sieht. Im Manga wird auch angedeutet, dass Alucard und Vlad „Ţepeş“ Drăculea ein und dieselbe Person sind.
Seras Victoria
Seras (je nach Quelle auch Selas, Celas oder Ceras; im deutschen TV wird sie Celas genannt. Im japanischen Original, der englischen Manga- sowie Animeübersetzung und im deutschen Serienabspann lautet ihr Name Seras.) ist ebenfalls ein Vampir, der für die Hellsings arbeitet. Ursprünglich war sie Polizistin und wird von Alucard auch immer „Fräulein Polizistin“ genannt. Sie ist ein Abkömmling Alucards, das heißt sie wurde durch ihn vom Mensch zum Vampir: Als sie mit ihrer ehemaligen Polizeieinheit, der Sondereinheit D11 (siehe oben) unwissentlich gegen einen Freak und dessen Ghouls kämpfte, war sie schließlich die letzte Überlebende, als Alucard die Szene betrat. Nachdem er ohne Probleme sämtliche Ghouls vernichtete, bekam der Freak (also der künstliche Vampir, der die Ghouls kontrollierte) Angst und benutzte Seras als menschliches Schutzschild gegen Alucard. Während Seras als Schutzschild benutzt wurde bekam sie von Alucard die Frage gestellt, ob sie sterben oder lieber mit ihm mitkommen möchte (Im Manga stellt Alucard ihr die Frage ob sie noch Jungfrau sei, da in diesem nur Jungfrauen zu einem weiblichen Vampir werden können, als diese mit „Ja“ antwortete schoss Alucard). Seras entschloss sich mit Alucard mitzukommen. Nach dieser Antwort erklärt Alucard ihr sein weiteres Vorgehen („Ich werde ihn duch den ihren Linken Lungenflügel erschießen.“) und tut dies auch indem seinen Gegner eiskalt durch Seras’ Brust hindurch erschießt. Als Seras sterbend am Boden lag, beugte sich Alucard zu ihr rüber und verwandelte sie durch einen Biss zum Vampir. Seitdem arbeitet sie als zweiter Vampir neben Alucard für die Hellsing-Organisation. Sie ist jedoch bei weitem nicht so stark wie dieser, obwohl sie selbst eigentlich ein Native ist. Dies liegt wahrscheinlich zum Teil daran, dass sie sich, um ihre Menschlichkeit nicht völlig zu verlieren, weigert, vom Blute ihres Herrn Alucard zu trinken (im Manga normales Menschenblut), denn erst dadurch würde der Vorgang der Vampirisierung abgeschlossen und sie ein vollwertiger Native werden. Seras benutzt oft Waffen, die größer sind als sie selbst, beispielsweise die (fiktive) Harkonnen-Kanone, ein tragbares 30mm-Geschütz, welches Uran-angereichterte Sprenggranaten verschießt, und das sie nur aufgrund ihrer vampirischen Superkräfte tragen kann (im Manga später sogar 2 auf einmal, die dann die Bezeichnung: „Vladimir“ erhalten). Die Hellsing-Organisation stellte ihr nach ihrer Verwandlung einen Raum mit Sarg-Bett und Blutkonserven zur Verfügung.
Peter Fargason
Er wurde speziell für den Anime entwickelt und ist der oberste Befehlshaber der Eingreiftruppen der Hellsing-Organisation und eine Art Vaterfigur für Seras Victoria. Er ist ehemaliger SAS-Soldat und hat langjährige Kampferfahrung. Fargason wird in Folge 12 von Scharfschützen des britischen Militärs erschossen.
Die Valentine-Brüder
Die Valentine-Brüder sind die beiden künstlichen Vampire (Freaks) Luke und Yan. Yan ist ein flippiger, leicht verrückter Partygänger, während Luke ein kühler, berechnender Charakter ist. Sie beherrschen ein weit verzweigtes Unterwelt-Netzwerk, verfügen zudem über eine gewaltige Ghoularmee und halten sich für sehr mächtig. So mächtig, dass sie, als die Hellsing-Organisation anfängt, sie zu stören, beschließen, diese mit einem direkten Angriff auf das Anwesen des Ordens auszulöschen. Ihr Plan sieht vor, dass Yan mit der Ghoularmee die Soldaten der Hellsings vernichtet während Luke sich auf direktem Wege zu Alucard begibt, um diesen in einem Duell zu töten. Zunächst läuft auch alles nach Plan, große Teile der Hellsing-Armee werden vernichtet, doch schließlich trifft Yan mit seinen Ghouls auf Walter und Seras, die seine Armee in einem tödlichen Zusammenspiel binnen Sekunden in Staub und Asche verwandeln, was ihn nicht weiter stört, da diese nach kurzer Zeit von der zu Ghouls verwandelten Armee der Hellsing-Organisation ersetzt wird. Seras dreht durch und bringt diese in einer Art Blutrausch mit bloßen Händen um. Yan wird kurz darauf mit einigen Quecksilberkugeln aus der Pistole von Integra gestoppt. Sie will ihm erst erlauben zu sterben, wenn Yan ihr erzählt, wer sie zu Freaks gemacht hat. Deshalb beschließt er kurzerhand, sich selbst umzubringen indem er sich verbrennt. Auch Luke Valentine ist nicht wirklich erfolgreich, er dringt zwar bis in die Gemächer von Alucard vor, hat jedoch trotz seiner Fähigkeit, sich blitzschnell zu bewegen, nicht den Hauch einer Chance gegen den Native, der nur mit ihm spielt wie eine Katze mit ihrer Beute und ihn schließlich unter Hohn und Spott langsam und qualvoll auffrisst. Nichtsdestotrotz ist der Angriff der Brüder eine sehr schmerzhafte Erfahrung für die Organisation, da fast die gesamte Hellsing-Truppe aufgerieben wurde, wovon sie sich bis zum Ende der Serie nicht mehr erholt.
Alexander Anderson
Er ist Mitglied der so genannten „Iskariot-Organisation“ des Vatikans, einer Art katholischer Konkurrenzeinrichtung zum protestantischen Hellsing-Orden. Als stärkster Kämpfer seiner Organisation ist er in gewissem Sinne das Gegenstück zu Alucard, der ihm auch als einziger gewachsen ist (er schafft es mehrmals Alucard zu „töten“, z.B. in dem er ihm den Kopf abschlägt, was den Native allerdings nicht interessiert, da dieser sich sofort wieder heilt). Seine Spezialität ist der Einsatz diverser bajonettähnlicher Schwerter, die er in großen Mengen scheinbar aus dem Nichts hervorzaubern kann, die aus geweihtem Metall zu bestehen scheinen und kurzzeitig scheinbar selbst dem übermächtigen Dämon Alucard zu schaffen machen. Analog zu Alucards Fähigkeit, zu einem Fledermausschwarm zu werden, kann „Schweinepriester“ (wie ihn Alucard nennt) Anderson sich in eine große Anzahl beschriebener Buchseiten (vermutlich Bibeltexte) verwandeln, welche er beim Duell mit Alucard in der U-Bahn auch als Fesseln benutzt. Eine weitere besondere Fähigkeit, die selbst Alucard überrascht, ist die, sich sekundenschnell selbst von eigentlich tödlichen Verletzungen wie Kopfschüssen zu heilen, obwohl er seinem Aussehen nach ein Mensch und kein übernatürliches Wesen ist. Pater Anderson selbst erklärt, „Gott habe ein Wunder getan“ und „die Menschen“ (gemeint ist wohl der Vatikan) mit einer Technologie ausgestattet, welche ihn zu einem Regenerator mit übernatürlichen Fähigkeiten werden lässt. Der Pater ist ein fanatischer Kämpfer, welcher bei Vampiren keinen Unterschied macht, ob sie „gut“ (wie Alucard oder Seras) oder „böse“ sind, sondern alles hasst und jagt, das nicht menschlich ist. In seiner Verblendung verkennt er, dass er aufgrund seines Verhaltens und seiner Nahezu-Unsterblichkeit selbst mehr Monster als Mensch ist. Nach zwei Auseinandersetzungen mit Alucard muss er sich dem Vampir jedoch geschlagen geben und flüchtet. Man sieht ihn danach zwar noch einmal kurz wieder, um anzudeuten, dass er überlebt hat, jedoch spielt er keine Rolle mehr in der Handlung der Serie.
Incognito
Incognito ist ein Charakter, der einzig für die Serie entwickelt wurde, im Manga aber nie auftaucht. Daher unterscheidet er sich stark von dem bekannten Charakterdesign. Er ist ein Vampir, genauer ein Native, hat jedoch anders als Alucard, Seras und alle anderen in der Serie auftauchenden Vampire nur noch wenig mit einem Menschen gemein, sein groteskes äußeres Erscheinungsbild lässt ihn wahrlich abstoßend aussehen. Er ist der einzige der Alucard wirklich ebenbürtig ist und kann nur durch den vollen Einsatz von dessen Kräften bezwungen werden (alle anderen Gegner, selbst Pater Anderson, besiegt Alucard mehr oder weniger spielerisch). Er dient einem fremden Menschen (wer dies ist, wird in der Serie nicht geklärt), und hat auch Macht über die sogenannten Freakchips, die Menschen zu künstlichen Vampiren (Freaks) werden lassen. Er beherrscht schwarze Magie und Voodoo-Zauberereien, kommt vom „schwarzen Kontinent“ und bildet einen scharfen Kontrast zum „englischen Edelmann“ Alucard. Während des Kampfes mit Alucard im Tower of London, bei dem dieser zunächst „getötet“ wird, opfert Incognito seinen Körper dem „Schlangengott Seto“, verliert schlussendlich jedoch trotzdem gegen seinen Erzfeind, wird von diesem getötet und nach Art von Vlad Dracul (historische Vorlage für Graf Dracula) gepfählt. Während des ersten Zusammentreffens der beiden Feinde macht sich Alucard über Incognitos Namen lustig, da er "Ein Unbekannter" ist, erwähnt jedoch, dass sein eigener Name auch nur ein Anagramm sei. Genauer gesagt ist Alucards Name ein Ananym, was darauf hinweist, dass er niemand Geringeres als Graf Dracula selbst ist, was wiederum seine Stärke erklärt.
Enrico Maxwell
Als Bischof und Leiter der fiktiven 13. Kongregation des Vatikans, der Division Iskariots, hat Enrico Maxwell es sich zur Aufgabe gemacht alle Untoten zu vernichten, alle Nichtgläubigen zu unterdrücken und alle Ketzer zu verurteilen. Um diesem Ziel näher zu kommen, schickt er meistens Pater Andersen in die betreffende Zone. Er führt seine Abteilung mit eiserner Faust und verabscheut Lady Hellsing sowie ihre protestantische Organisation. Im Manga war Maxwell ein Waisenkind, das im katholischen Ferdinand-Luxheim-Waisenhaus in der Nähe Roms u.a. von Andersen großgezogen wurde. Er wird ab und an auch als Enrico Macchiavelli bezeichnet.
© 2007 Christopher B. Münzer